Das vollständige Programm finden Sie als PDF hier.

Donnerstag, 19.03.2026

11.30 – 12.15 Uhr 

VORSTELLUNG VON FRANCISCO MOTA SARAIVA

Gespräch mit dem Autor über sein Buch Morramos ao menos no Porto (Lasst uns wenigstens in
Porto sterben)

Francisco Mota Saraiva, ein junger portugiesischer Autor, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde und kürzlich den Preis der Fundação Eça de Queiroz sowie den renommierten und verheißungsvollen José-Saramago-Preis gewonnen hat, präsentiert uns ein Werk, das zugleich bewegend und hart ist und uns nicht gleichgültig lassen kann. Auf verschiedenen Ebenen, in Welten, die sich scheinbar nicht überschneiden, entfaltet der Autor langsam und ohne dass wir es sofort bemerken ein leises, aber mächtiges Feuer, das sich auf alle Figuren ausbreitet, einschließlich des Protagonisten und Erzählers, der mit schüchterner Stimme und kaum wahrnehmbaren Worten seine Witwerschaft bewältigt. Die Vorstellung des Autors und seines Werks übernimmt der Literaturübersetzer Michael Kegler.

Messe – Halle 4 Stand C300


Donnerstag, 19.03.2026

14.30 – 15.15 Uhr

VORSTELLUNG VON CARLA PAIS
Gespräch mit der Autorin über ihr Buch Um Cão Deitado à Fossa (Ein Hund, in die Gosse geworfen)

Carla Pais ist eine portugiesische Schriftstellerin, die vor weniger als zehn Jahren ihr Debüt in der Welt der Literatur gab und seitdem bemerkenswerte Anerkennung gefunden hat und mehrere Literaturpreise gewonnen hat. Darunter den hochdotierten Leya-Preis, den sie als zweite Frau überhaupt gewonnen hat. Das Buch „Um Cão Deitado à Fossa”, das sie hier vorstellt und das 2023 von der Portugiesischen Autorenvereinigung als bestes Werk der erzählenden Literatur ausgezeichnet wurde, ist ein Roman, der sich um Gewalt, Reue und die Unfähigkeit zu lieben dreht, um eine dysfunktionale Familienbeziehung zwischen einem Vater, zwei Söhnen, die er diskriminierend behandelt, und einer unterwürfigen Mutter. Die Vorstellung der Autorin und ihres Werks übernimmt Benjamin Meisnitzer, Professor an der Universität Leipzig.

Messe – Halle 4 Stand C300


Donnerstag, 19.03.2026

15.30 – 16.15 Uhr

VORSTELLUNG DES WERKS VON YVETTE K. CENTENO
Mit dem Übersetzer Markus Sahr

Yvette K. Centeno ist eine portugiesische Autorin und Germanistin, die bereits 1994 von der deutschen Bundesregierung mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde. Derzeit hat sie mehr als 80 Bücher veröffentlicht, von denen mehrere ins Französische, Deutsche und Spanische übersetzt wurden. Das Spektrum reicht von Romanen über Lyrik und Theater bis hin zu Übersetzungen von Klassikern wie Shakespeare, Goethe oder Brecht sowie Forschungsarbeiten und Essays. Der deutsche Literaturmarkt hat gerade zwei ihrer Erzählungen veröffentlicht, die wir hier vorstellen möchten. Um jedoch ein tieferes Verständnis für ihr Schreiben und die Botschaften, die sie dem Leser vermitteln möchte, zu erlangen, sollten wir die Autorin und ihre Lebensumstände besser kennenlernen. Dafür zeigen wir Auszüge aus dem Film „Quem é Yvette Centeno” (Wer ist Yvette Centeno), gefolgt von einer kurzen Reise durch ihr Werk mit dem literarischen Übersetzer Markus Sahr, um schließlich bei ihrem Buch „In der Stunde des Todes leuchten die Sterne am hellsten” zu landen.

Messe – Halle 4 Stand C300

Yvette K. Centeno
In der Stunde des Todes leuchten die Sterne am hellsten
Übersetzung: Markus Sahr
Leipziger Literaturverlag, 2026
ISBN 978-3866603158


Donnerstag, 19.03.2026

18.00 – 18.50 Uhr 

EIN ABEND MIT ALICE BRITO UND CARLA PAIS
„Schreiben: Katharsis, Ästhetik oder soziale Waffe. Woran glauben Sie?“

Literatur kann aus Sicht des Lesers und sicherlich auch aus Sicht des Autors unterschiedlichen Zwecken dienen. Es ist interessant festzustellen, dass die Sichtweisen dieser beiden Protagonisten – des Lesers und des Autors – auf ein und dasselbe Werk sehr unterschiedlich sein können. Gemeinhin werden Katharsis, Ästhetik oder soziale Waffe als Hauptfunktionen eines literarischen Werks angesehen. Als Ausgangspunkt für eine hoffentlich lebhafte Debatte möchten wir von Alice Brito und Carla Pais erfahren, welche Ziele sie erreichen möchten, wenn sie sich an den Tisch setzen, um ein neues Buch zu beginnen. Die Moderation der Diskussion übernimmt Benjamin Meisnitzer, Professor an der Universität Leipzig.

NaTo – Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig

Alice Brito
Die Frauen der Fonte Nova
Übersetzung: Markus Sahr
Wallstein Verlag, 2026
ISBN 978-3-8353-7600-7


Freitag, 20.03.2026

10.30 – 11.15 Uhr

VORSTELLUNG VON ALICE BRITO
Gespräch mit der Autorin über ihr Buch Die Frauen der Fonte Nova

Alice Brito ist eine portugiesische Schriftstellerin und Journalistin, deren politische Aktivitäten und Gedanken sich deutlich in ihren Texten widerspiegeln. Als unermüdliche Verfechterin der feministischen Sache fragt sie sich weiterhin zu Recht, warum in einem der friedlichsten Länder der Welt die Gewalt in der Familie leider nach wie vor weit verbreitet ist und warum vor allem Frauen davon betroffen sind. Das vorliegende Werk führt den Leser zu der absurden Erkenntnis, dass zwischen der formalen Gleichstellung der Geschlechter und der Realität noch ein langer Weg zurückzulegen ist, der zwar beschwerlich, aber möglicherweise erfolgreich sein wird. Die Präsentation übernimmt der Literaturübersetzer Markus Sahr.

Messe – Halle 4 Stand C300

Alice Brito
Die Frauen der Fonte Nova
Übersetzung: Markus Sahr
Wallstein Verlag, 2026
ISBN 978-3-8353-7600-7


Freitag, 20.03.2026

11.30 – 12.15 Uhr

VORSTELLUNG VON HERR ELLIOT UND DIE VORTRÄGE aus der Reihe „Das Viertel“ von Gonçalo M. Tavares
Mit dem Verleger Reto Ziegler und dem Übersetzer Michael Kegler

Der in Luanda, Angola, geborene Schriftsteller Gonçalo M. Tavares, portugiesischer Staatsbürger, ist dem deutschen Publikum durch die zahlreichen Übersetzungen seiner Werke und seine wiederholten Besuche in Deutschland, die er für Lesungen und Diskussionen mit seinem Publikum unternommen hat, bestens bekannt. Dieses Mal wird „Herr Elliot und die Vorträge” vorgestellt, der 10. Band seiner langen Reihe „Senhores”,
deren offizieller Titel „Das Viertel” lautet. Darin lädt der Autor den Leser mit erhabener Ironie und einer fast poetischen Synthese dazu ein, die Welt zu „dekonstruieren”. Die Einführung wird von seinem Übersetzer Michael Kegler übernommen.

Messe – Halle 4 Stand C300

Gonçalo M. Tavares
Herr Eliot und die Vorträge
Übersetzung: Michael Kegler
Korrespondenzen, 2026
ISBN 978-3-902951-62-5


Freitag, 20.03.2026

14.30 – 15.15 Uhr

VORSTELLUNG VON LÍDIA JORGE
Gespräch mit der Autorin über ihr Buch Die Stunde der Nelken

Lídia Jorge, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der aktuellen portugiesischen Literatur, kehrt nach Leipzig zurück, um ein weiteres ihrer ins Deutsche übersetzten Werke vorzustellen. Es handelt sich um „Die Stunde der Nelken ”, einem spannenden Roman, der bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurde, darunter auch ins Chinesische. Die Hauptfigur ist eine portugiesische Reporterin in Washington, die auf Einladung einen Dokumentarfilm über die Revolution vom 25. April 1974 dreht. Dieses literarische Werk, ein wichtiger Ausschnitt aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts, wird von Benjamin Meisnitzer, Professor an der Universität Leipzig, vorgestellt.

Messe – Halle 4 Stand C300

Lídia Jorge
Die Stunde der Nelken
Übersetzung: Marianne Gareis
Secession, 2026
ISBN 978-3-96639-143-6

Erbarmen
Übersetzung: Steven Uhly
Secession, 2025
ISBN 978-3-96639-119-1


Freitag, 20.03.2026

15.30 – 16.00 Uhr

LANDSCHAFTEN UND LITERARISCHE INSPIRATION: REISEN DURCH DIE HALBINSEL VON SETÚBAL
Vorstellung: Dagmar Paul, Turismo de Portugal

Es ist fast unmöglich, sich der Faszination einer Landschaft zu entziehen, sei sie nun natürlicher oder kultureller Art. Insbesondere an einem Ort, an dem der Einfluss des Menschen nur gering ist und das intensive Blau des Ozeans auf das strahlende Grün der Berge trifft, prägt dies zwangsläufig die dort entstehenden künstlerischen Werke. Es ist diese inspirierende und zum Nachdenken anregende Wirkung, die die Halbinsel Setúbal im Laufe der Zeit auf unzählige Literaten ausgeübt hat, die sich von der Kraft und Großartigkeit der Landschaft, die sich vor ihren Augen ausbreitete, anstecken ließen.

Messe – Halle 4 Stand C300


Freitag, 20.03.2026

16.15 – 17.15 Uhr 

HOMMAGE AN ANTÓNIO LOBO ANTUNES
Mit der Übersetzerin Maralde Meyer-Minnemann

Vor einigen Tagen hat uns eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der portugiesischsprachigen Literatur verlassen, und das Camões Berlim konnte es sich nicht nehmen lassen, des Abschieds zu gedenken. Mit einem Beitrag von Maralde Meyer-Minnemann, der renommierten und preisgekrönten Literaturübersetzerin, die über 30 Jahre lang die gesamten Werke von António Lobo Antunes dem deutschsprachigen Publikumzugänglich gemacht hat. Das Gespräch mit Maralde Meyer-Minnemann moderiert Michael Kegler, ebenfalls Literaturübersetzer und profunder Kenner der portugiesischen Literatur.

Messe – Halle 4 Stand C300


Samstag, 21.03.2026

10.30 – 11.30 Uhr

EIN GESPRÄCH MIT LÍDIA JORGE UND CARLA PAIS
„Ist wahre literarische Inspiration ohne Qualen und Brüche möglich?“

Die Frage, ob Inspiration und Kreativität vollständig von Schmerz, Leid oder Verlust abhängig sind, wird kontrovers diskutiert. Es gibt allerdings auch Befürworter, die zwar weniger zahlreich, aber ebenso vehement die Ansicht vertreten, dass ein inspiriertes Werk untrennbar mit Glück und Optimismus verbunden ist. Dies ist das Thema, das wir den beiden Schriftstellerinnen mit Moderation der Journalistin Sabine Kieselbach (DW) zur Diskussion vorschlagen.

Messe – Halle 4 Stand C300

Lídia Jorge
Die Stunde der Nelken
Übersetzung: Marianne Gareis
Secession 2026
ISBN 978-3-96639-143-6

Erbarmen
Übersetzung: Steven Uhly
Secession, 2025
ISBN 978-3-96639-119-1


Samstag, 21.03.2026

11.45 – 12.45 Uhr

DAS POETISCHE WERK VON JÚLIO POMAR: POESIE, MUSIK, FREUDE

Júlio Pomar ist einer der bedeutendsten portugiesischen Maler des 20. Jahrhunderts, dessen hundertster Geburtstag nun gefeiert wird. Neben seinem einzigartigen und vielgeschätzten bildnerischen Werk ist uns kürzlich auch Pomar als Dichter begegnet, dessen Schriften es verdienen, bekannt gemacht zu werden. Der Journalist Toby Ashraf stellt uns den Menschen Júlio Pomar vor und Pedro Matos macht uns mit seiner vertonten Poesie bekannt.

Messe – Halle 4 Stand C300


Samstag, 21.03.2026

14.30 – 15.30 Uhr

EIN GESPRÄCH MIT ALICE BRITO UND FRANCISCO MOTA SARAIVA
„Hat Literatur die Kraft, die Welt zu verändern: Traum oder Wirklichkeit?“

Wir präsentieren zwei Autoren verschiedener Generationen, die sich mit disruptiven Themen beschäftigen, diese jedoch unterschiedlich behandeln. Wir schlagen ein Gespräch vor, in dem sie ihre Meinung über die Kraft der Literatur, die Welt zu verändern, äußern und darüber sprechen, ob ihre Bestrebungen ein Traum oder Realität sind. Das Gespräch wird von der Journalistin Elena Witzeck (FAZ) moderiert.

Messe – Halle 4 Stand C300

Alice Brito
Die Frauen der Fonte Nova
Übersetzung: Markus Sahr
Wallstein Verlag, 2026
ISBN 978-3-8353-7600-7


Samstag, 21.03.2026

15.45 – 16.30 Uhr 

VON MEINER SPRACHE AUS SIEHT MAN DAS MEER
Lesung: Ricardo Domeneck

Die Sprache ist ein ehrlicher und unverfälschter Spiegel der Kultur eines Volkes, jeder Laut, jeder Rhythmus und jeder Ausdruck erzählen lange Geschichten über seinen historischen Weg, der es in die Moderne geführt hat. Der Satz des Autors Vergílio Ferreira „Von meiner Sprache aus sieht man das Meer” sagt viel, ja sehr viel über Portugal aus: wo es schon überall gewesen ist, was es gesehen hat und wie es durch die Kontakte, die ihm das unermessliche Meer geschenkt hat, geprägt wurde. Vielleicht noch eindringlicher als Prosa ist die Poesie mit ihrer Musik, ihrem Rhythmus, ihrer Fähigkeit, in einem einzigen Vers das Ergebnis langwieriger Überlegungen oder eines beschwerlichen Weges zusammenzufassen. Sie vermag uns in dieser kurzen Sitzung zu erzählen, wie sich dieses Land der Welt öffnet, wie es mit dem Fernen in Beziehung tritt und wie es sich von dem bereichern lässt, was die Nation weiterentwickelt. Die folgenden Auszüge zeigen die Seele nicht nur eines Volkes, sondern der vielen, die dieselbe Sprache sprechen.

Lyrik von Eugénio de Andrade, Fernando Pessoa, José Carlos Ary dos Santos, Miguel Torga und Sophia de Mello Breyner Andresen

Messe – Halle 4 Stand C300


Samstag, 21.03.2026

20.00 – 20.50 Uhr 

EIN ABEND MIT LÍDIA JORGE UND FRANCISCO MOTA SARAIVA
„Inspirieren oder hemmen die radikalen Veränderungen, die wir durchleben, ihr Schaffen?“

Ob wir nun die heutige Zeit als eine Phase des Übergangs oder als eine Phase des Umbruchs betrachten, so ist doch unbestreitbar, dass sich die Realität in einigen wesentlichen Aspekten und mit einer Geschwindigkeit verändert, die wir vor etwas mehr als einem Jahr noch nicht erwartet hätten. Historisch gesehen haben tiefgreifende Veränderungen enorme Auswirkungen auf die Kunst, und es ist nicht ungewöhnlich, dass das künstlerische Schaffen selbst den Wandel beschleunigt. Historisch gesehen kann eine unerwartete Veränderung, wie wir sie derzeit erleben, gegensätzliche Auswirkungen auf das literarische Schaffen haben: Es kann zum Stillstand kommen, damit zumindest der Schriftsteller tief durchatmen kann, oder es kann sich bis zu einem fast schwindelerregenden Tempo beschleunigen. Ob die Veränderungen, die die Welt derzeit durchläuft, unsere Autoren inspirieren oder zurückschrecken lassen, ist der Ausgangspunkt für eine Debatte, die wir für sehr interessant halten und die von der Journalistin Elena Witzeck (FAZ) moderiert wird.

NaTo – Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig

Lidia Jorge
Die Stunde der Nelken
Übersetzung: Marianne Gareis
Secession, 2026
ISBN 978-3-96639-143-6

Erbarmen
Übersetzung: Steven Uhly
Secession, 2025
ISBN 978-3-96639-119-1


Sonntag, 22. 03.2026

11.30 – 12.30 Uhr

HOMMAGE AN DICHTER PORTUGIESISCHER SPRACHE: MUSIK, EMOTION, CHARME
Vorstellung der Zeitschrift Metamorphosen

Portugal ist ein Land der Dichter, die die Sprache zu einem Kunstwerk erheben und sie als feste Brücke zu allen Kontinenten nutzen. Diese Veranstaltung ist der Poesie in portugiesischer Sprache gewidmet, mit Klängen, Rhythmen, Aromen und exotischen, fernen und nahen Erinnerungen. Der Verleger Ingo Drzˇecˇnik präsentiert die neueste Ausgabe der literarischen Zeitschrift Metamorphosen,
die den Dichtern gewidmet ist, die auf Portugiesisch schreiben. Noah Moisan rezitiert Gedichte, die zum Nachdenken anregen, Higino Andrade begleitet am Kontrabaß.

Lyrik von Conceição Evaristo, Florbela Espanca, José Alberto Postiga, José Luís Barreto Guimarães, Mia Couto,
Natália Correia, Sebastião da Gama, Ricardo Domeneck und Sophia de Mello Breyner Andresen

Messe – Halle 4 Stand C300

Metamorphosen, Zeitschrift für Literatur
Meine Heimat ist die portugiesische Sprache
Elfenbein Verlag, 2025
ISBN 978-3-96160-902-4